Mobile Produktion
Oper in zwei Teilen von Grigori Frid
Am 12. Juni 1942, ihrem 13. Geburtstag, erhielt Anne Frank als Geschenk von ihren Eltern ein Tagebuch. Sie nannte es Kitty und vertraute ihm über zwei Jahre ihre persönlichen Erlebnisse, Gedanken und Gefühle an. Im Juli 1942 fanden Anne und ihre jüdische Familie gemeinsam mit einer anderen Familie in einem Amsterdamer Hinterhaus Zuflucht vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Die Tagebucheinträge reißen ab, als das Versteck verraten und die beiden Familien im August 1944 von der Gestapo gefasst und ins Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert wurden. Dort starb Anne Frank völlig entkräftet im Frühjahr 1945, wenige Wochen vor der Befreiung durch die Alliierten. Ihr Tagebuch wurde 1947 veröffentlicht und zu einem der meistgelesenen Zeugnisse eines Opfers der Shoa.
Als der jüdisch-russische Komponist Grigori Frid (1915 - 2012) Anfang der 60er Jahre Anne Franks Tagebuch las, war er tief bewegt und beschloss, den Stoff in einer Kammeroper zu verarbeiten. Er montierte eine Reihe kurzer Passagen aus dem Text zu einem Libretto, das er für eine Sängerin mit instrumentaler Begleitung vertonte. Das Stück gewährt einen vielschichtigen Einblick in das Seelenleben Anne Franks. In der Lübecker Aufführung wird es als Mobile Produktion präsentiert, die in Schulen der Stadt Lübeck sowie der Region dem Publikum Annes Tagebuch auf besonders intensive Weise nahebringt.