Das WDR Sinfonieorchester widmet sich gemeinsam mit der Cellistin Valerie Fritz, die sich 2026 als »Rising Star« in die Herzen des Publikums gespielt hat, zwei Werken, die das Verhältnis zwischen Individuum und Kollektiv in den Fokus rücken.
In »A Sutured World« entwirft die australische Komponistin Liza Lim das Bild einer »zusammengenähten Welt«. Ausgangspunkt ist die Frage: Wie gelangt Licht in diese Welt? Inspiriert von Gedichten Ursula Le Guins, Paul McCartneys und Emily Dickinsons findet Lim ihre Antwort im Riss selbst – denn durch ihn fällt das Licht. Das Prinzip erinnert an die japanische Kintsugi-Technik, bei der Bruchstellen mit Gold hervorgehoben werden und gerade so neue Schönheit entsteht. Das Cello – Lims Lieblingsinstrument – übernimmt in diesem Prozess eine Schlüsselrolle: Es verbindet getrennte Klangfragmente und bringt sie erneut zum Leuchten.
Auch in »Superorganisms« von Miroslav Srnka richtet sich der Blick auf das große Ganze. Analog zu Ameisenstaaten oder Bienenschwärmen, in denen das einzelne Wesen erst im Miteinander lebensfähig wird, formiert sich das Orchester zu einem klanglichen Superorganismus: Aus unscheinbaren Impulsen wachsen Strukturen, die sich verdichten, auseinanderdriften und neu zusammenfinden. So entsteht ein musikalischer Prozess, der sich zwischen Ordnung und Auflösung, zwischen individueller Geste und kollektiver Energie bewegt.
BESETZUNG
WDR Sinfonieorchester Orchester
Valerie Fritz Violoncello
Elena Schwarz Dirigentin
PROGRAMM
Liza Lim
A Sutured World
Miroslav Srnka
Superorganisms
Das Konzert findet ohne Pause statt.