Es ist der größte Skandal der Musikgeschichte und eines der wichtigsten Werke der Moderne: »Le sacre du printemps« von Igor Strawinsky. 1913 geriet die Premiere in Paris zu einem spektakulären Aufreger, als das Publikum angesichts zahlreicher Dissonanzen und harter Rhythmen tobte. Das ideale Stück also für Teodor Currentzis, der für seine oft radikalen, dabei stets packenden Interpretationen weltweit gefeiert wird. Als er den »Sacre« vor einigen Jahren mit seinem musicAeterna-Ensemble einspielte, wurde er mit Lob überschüttet. Nun übertragt er diese »atemlose Spannung« (Spiegel Online) auf seinen zweiten Klangkörper, das Orchester Utopia, und bringt Strawinskys Meisterwerk in Hamburg auf die Bühne.
Während Strawinsky schnell als Enfant terrible der Klassikwelt zum ersehnten Ruhm kam, lebte Dmitri Schostakowitsch ein Leben voller Angst und Unterdrückung. Unter dem Stalin-Regime wurden alle Künste »auf Linie gebracht« und mussten sich den Ansprüchen des Diktators beugen. So komponierte Schostakowitsch viele Werke für die Schublade – auch sein avanciertes Erstes Violinkonzert. In die Musik legte der Komponist seine komplette Gefühlswelt: von dunkelster Trauer, über beißendem Spott zu sehnsuchtsvollem Hoffnungsschimmer.
BESETZUNG
Utopia Orchester
Daniel Lozakovich Violine
Teodor Currentzis Dirigent
PROGRAMM
Dmitri Schostakowitsch
Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77
- Pause -
Igor Strawinsky
Le sacre du printemps