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»Two Lizzards | Sharing One Stomach«

Kategorie: Ausstellung / Museen

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Das Ausstellungsprojekt »Two Lizzards | Sharing One Stomach« bei M.Bassy in Hamburg, co-kuratiert von Modzi Arts in Lusaka, gibt Einblicke in die lebendige und vielfältige, zeitgenössische Kunstszene Sambias in einer multidisziplinären Gruppenausstellung mit Werken von Lawrence Chikwa, Isaac Kalambata, Mapopa Hussein Manda, Maingaila Muvundika, Agness Buya Yombwe & Lawrence Yombwe.


Die sechs beteiligten KünstlerInnen haben ihre Wurzeln in Sambia und leben und arbeiten - zum Teil mit internationalen Biografien - derzeit dort. Gemeinsam ist ihren diversen Oeuvres, dass sie die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Sambias und die in der Gemeinschaft verankerten Werte, Mythen und Tabus reflektieren. Die rätselhaften Landschaftsgemälde von Lawrence Yombwe enthalten verschlüsselte Symbole aus den Mbusa-Initiationsriten der Bemba in Sambia, die als Orientierungssystem für junge Männer und Frauen dienen, um verantwortungsvolle Bürger zu werden. Auch seine Frau Agness Buya Yombwe erforscht indigene Wissenssysteme, insbesondere Mbusa-Tabus, und stellt dabei die Stimme der Frau in den Mittelpunkt ihrer sozial engagierten Kunstpraxis. Die gemalten Collagen im Stil von Zeitungsimitaten von Mapopa Hussein Manda positionieren den Künstler als scharfzüngigen politischen Kommentator. Ähnlich wie Buya Yombwe verwendet er gemalte Texte, die seinen Werken eine weitere mediale Dimension verleihen. Worte spielen auch im Werk von Isaac Kalambata eine Rolle, der offizielle Texte und Dokumente schwärzt, um auf koloniale Hinterlassenschaften und falsche Darstellungen in der sambischen Tagespolitik und Gesetzgebung aufmerksam zu machen. In ähnlicher Weise integriert Lawrence Chikwa oftmals Bibeln oder andere religiöse Bücher in anderen Sprachen in seine Werke, um einen Diskurs über die Souveränität des kulturellen Erbes Sambias anzuregen. Der jüngste Künstler der Gruppe ist Maingaila Muvundika, der mit digitalen Collagen eigener Fotografien experimentiert, um soziale Bräuche im vorkolonialen Sambia zu würdigen, die auf einen kollektiven Nutzen und weniger auf persönliche Interessen abzielen.


Die sechs ausgewählten KünstlerInnen haben außerdem eine Verbindung zu Modzi Arts, einen regierungsunabhängigen Kunstraum in Lusaka, der 2016 als Ort für künstlerische Produktion und Diskurs sowie für gelebtes Miteinander gegründet wurde. Julia Kaseka Taonga, die Direktorin von Modzi Arts, erklärt: "Die COVID-19-Pandemie hat uns an einen Punkt gebracht, an dem wir unsere Herangehensweise an unser gemeinsames Denken und Zusammenleben überdacht haben. Wir hinterfragen zusammen mit den KünstlerInnen Formen des Miteinanders und wie wir mit der Idee des Teilens umgehen. Wie kann man in einer sozial kontrollierten Gesellschaft anderen Raum zur Existenz geben und ihr Sein verstehen, ohne sich selbst dabei zu verlieren? Das Miteinander ist immer auch ein großer Kompromiss. Es geht darum, die Perspektive des anderen zu verstehen und ein gemeinsames Verständnis zu schaffen. Während des Corona-Sturms brachte Modzi Arts KünstlerInnen in wöchentlichen Koch- und Essensrunden zusammen. Ein Ritual, das bis heute andauert und eine große Verbundenheit um den Kunstraum schafft, der für viele KünstlerInnen eher ein Zuhause ist, wo sie etwas finden, das in ihrem täglichen Leben fehlt."


Der sambische Kunsthistoriker Andrew Mulenga stellt fest, dass die zeitgenössische sambische Kunstszene "der Inbegriff eines gefallenen Samenkorns ist (...), das weitgehend sich selbst überlassen wurde, weil es (...) an Förderstrukturen mangelte, sich aber in seinem eigenen entspannten Tempo zu etwas einzigartig Sambischen entwickelt hat". Heute gibt es in Sambia eine kleine, aber lebendige Kunstszene, die auf künstlerische Selbstermächtigung zielt. In Sambia hat sich ein kultureller Wandel vollzogen, bei dem viele kreative AkteurInnen ihre Perspektive nach innen gewendet haben, um ihr kulturelles Erbe, lokale KünstlerInnenkreise und sozial engagierte Kunstansätze wiederzuentdecken. Regierungsunabhängige Kunsträume wie Modzi Arts in Lusaka und das von Agness Buya Yombwe und ihrem Ehemann Lawrence Yombwe gegründete, von KünstlerInnen geführte Studio Wayi Wayi in Livingstone legen einen großen Schwerpunkt auf die lokale Gemeinschaft, ökologische Nachhaltigkeit und kollektives Empowerment, indem sie Räume für kulturelle Beiträge zur Stärkung des Selbstverständnisses der sambischen Kunstgemeinschaft fördern. Julia Kaseka Taonga: "Art Spaces wie Modzi Arts und Wayi Wayi sind Räume der Verbindung and Vermittlung. Gemeinschaft zu schaffen, ist ihr Kernanliegen. Wir haben ein besonderes Bewusstsein für bestimmte Rituale des Miteinander und nutzen diese als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem kollektiven Geist. Wir dekonstruieren Modelle des Teilens und versuchen, in der Historie Narrative auszumachen, die Formen des Zusammenseins diskutieren. Der Titel dieser Gruppenausstellung »Two Lizzards | Sharing One Stomach« ist sinnbildlich für unsere kuratorische Vorstellung davon, was Teilen für diese unterschiedlichen KünstlerInnen bedeutet."

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Veranstaltungsort

Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL
M.bassy
Schlüterstraße 80
20146 Hamburg - Rotherbaum
Deutschland
Termine: M.bassy, Hamburg

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