Die Vertonung von »Faust«, Goethes umfangreichstem Drama. war eine scheinbar unlösbare Aufgabe, von der sich so mancher Komponisten eben deshalb besonders stark angezogen fühlte. Und mit seinen oft ins Manische ausgreifenden Stimmungen war Robert Schumann wohl besonders geeignet, den tragischen Seelenzuständen von Goethes zweifelhaftem Helden nachzuspüren. Mit der ihnen eigenen Intensität bringen die Balthasar-Neumann-Ensembles Schumanns »Szenen aus Goethes Faust« nun zu einer packenden Aufführung, deren prominente Riege von Solist:innen durch keinen geringeren als Tenor-Superstar Julian Prégardien angeführt wird.
Der enormen Länge des Goethe’schen Dramas begegnete der schriftstellerisch talentierte Schumann, indem er der Komposition seine eigene Auswahl von Schlüsselszenen zu Grunde legte. So gelang ihm die Schaffung eines spannungsvollen Kondensats, das in knapp zwei Stunden zentrale Stationen des Dramas durchmisst. Irgendwo zwischen weltlichem Oratorium und Riesensinfonie mit Chor und Soli behauptet dieses ungewöhnliche Werk seine Sonderstellung als schillerndes Zwitterwesen und ergreift bis heute mit einer emotionalen Verlaufskurve, deren Höhen und Tiefen das gesamte Spektrum menschlichen Fühlens umfassen.
BESETZUNG
Balthasar-Neumann-Chor und -Orchester Ensemble
Konstantin Krimmel Bariton
Katharina Ruckgaber Sopran
Julian Prégardien Tenor
Florian Boesch Bass
Domen Križaj Bariton
Marie Lys Sopran
Thomas Hengelbrock Dirigent
PROGRAMM
Robert Schumann
Szenen aus Goethes »Faust« für Soli, Chor und Orchester WoO 3