Unter der Leitung seines Chefdirigenten Rafael Payare erzählt das San Diego Symphony Orchestra in diesem Konzert wilde Klanggeschichten von mythischen blauen Hirschen, einem Vogel mit Zauberkräften und Gestalten mit düsteren Absichten. Geigenstar Leonidas Kavakos bereichert den Abend um Schostakowitschs Erstes Violinkonzert, das dem Solisten keine Pause gönnt und die Gefühlswelt des Komponisten zwischen Angst und Auflehnung im Stalin-Regime nachzeichnet.
Abschluss und Auftakt des Abends stehen im Zeichen fantastischer Tiere: Strawinskys berühmte Ballett-Suite vertont mit irisierender Opulenz das Märchen von Prinz Iwan, der den magischen Feuervogel befreit und mit ihm den Zauberer Kaschtschej besiegt. Gabriela Ortiz spürt dem Blauen Hirsch, einer Sagengestalt ihrer mexikanischen Heimat, nach: Die Huichol treten durch einen halluzinogenen Kaktur mit ihm in Kontakt und verehren ihn spirituellen Heiler und Anführer in eine unsichtbare Welt.
Mit der Suite aus dem Ballett »Der wunderbare Mandarin« steht zudem ein skandalträchtiges Stück von Béla Bartók auf dem Programm. Niemand Geringeres als Konrad Adenauer, damals Bürgermeister von Köln, sorgte dafür, dass das Stück nach der Uraufführung vorerst nicht mehr gespielt werden durfte. Für die 1920er-Jahre war das Stück über Prostitution, Zuhälterei und Mord thematisch zu explizit – dafür passt es umso besser in das Thema des Internationalen Musikfests 2027: »Sex, Drugs and Rock’n’Roll«. Dazu kommt die expressive Musik Bartóks, die das Publikum von damals irritierte, seitdem aber einen festen Platz im Konzertrepertoire eingenommen hat.
BESETZUNG
San Diego Symphony Orchester
Leonidas Kavakos Violine
Rafael Payare Dirigent
PROGRAMM
Gabriela Ortiz
Kauyumari
Dmitri Schostakowitsch
Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77
- Pause -
Béla Bartók
Suite aus »Der wunderbare Mandarin« op. 19 Sz 73
Igor Strawinsky
L’oiseau de feu (Der Feuervogel)