Die Musikgeschichte hat es nicht gut gemeint mit Antonio Salieri. Bis heute wird er als Gegenspieler, Neider oder sogar Mörder Mozarts diffamiert – befeuert nicht zuletzt durch Miloš Formans Film »Amadeus«, der Salieri als skrupellosen Ehrgeizling und mittelmäßigen Komponisten zeigt. Nur, mit der Realität hat das alles wenig zu tun. Besonders zu Lebzeiten genoss der italienische Komponist großes Ansehen, und eine Gemeinschaftskomposition von Mozart und Salieri zeugt eher von einem freundschaftlich-kollegialen Verhältnis der beiden als von einer offenen Feindschaft. Höchste Zeit also für eine Rehabilitierung!
Für diese sorgt nun der Dirigent und Alte-Musik-Spezialist René Jacobs, indem er Salieris originelle, zwischen heiter und ernst changierende Oper »Falstaff ossia Le tre burle« in den Großen Saal bringt. Richtig, jener Falstaff, zu dem einst William Shakespeare mit »Die lustigen Weiber von Windsor« die Vorlage lieferte und der vor allem durch Giuseppe Verdis Oper unsterblich wurde. Jacobs setzt damit seine erfolgreiche Reihe konzertanter Opern in der Elbphilharmonie fort, die bislang bereits eine frühe Version von Beethovens »Fidelio« und Bizets »Carmen« enthielt. Vertrauen kann er dabei einmal mehr auf das belgische B’Rock Orchestra und ein gut aufgelegtes Gesangsensemble rund um den kroatischen Bassbariton Krešimir Stražanac.
BESETZUNG
B’Rock Orchestra Kammerensemble
Krešimir Stražanac Bass
Anett Fritsch Sopran
Grégoire Mour Tenor
Arttu Kataja Bass
Robert Gleadow Bass
Sunhae Im Sopran
René Jacobs Leitung
PROGRAMM
Antonio Salieri
Falstaff ossia Le tre burle / Dramma giocoso in zwei Akten
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln