Das Banjo hat eine Jahrtausende alte Geschichte, und seine Vorfahren sind in Afrika beheimatet: Bei den Griots in Mali gilt die Spießlaute Ngoni als Urahne des Banjo, im Senegal hieß er Akonting. Schließlich kamen diese Instrumente mit dem Sklavenhandel ab dem 17. Jahrhundert in die Karibik, wo sie als »Banjar« bekannt wurden, wechselten das Material von Holz und Kalebasse zu Metall.
Diese überraschenden Verbindungen aufzuarbeiten, ist ein Wesenskern von Rhiannon Giddens‘ musikalischer Karriere. Mit ihrem Quartett eröffnet sie uns ungeahnte Perspektiven auf ein allzu oft belächeltes Instrument. Wenn Giddens der frühen Banjo-Musik in ihrem Projekt »Juba Zinga Jubilee – Bringing Early Banjo Music Back Home« nachspürt, schwingt diese reiche Geschichte immer mit. Für die von ihr gestaltete Reflektor-Woche hat sie eine intime Revue auf die Beine gestellt.
Mit Banjo, Gesang, Gitarre, Akkordeon und Perkussion hebelt das Quartett, dem auch ihr langjähriger italienischer Partner Francesco Turrisi und der kongolesische Gitarrist Niwel Tsumbu angehören, etliche Klischees aus – jenes vom Banjo als lustiges Country-Instrument etwa, oder das von der Vorherrschaft der Weißen in diesem Genre. Ihre spannenden Forschungen zu den Verflechtungen afrikanischer Musik in den USA hat die gemischtrassige Giddens hier in eine aufregende, klingende Form gegossen.
BESETZUNG
Rhiannon Giddens Banjo, Gesang
Niwel Tsumbu Gitarre
Éamonn Cagney Schlagwerk
Francesco Turrisi Schlagwerk, Akkordeon
PROGRAMM
»Juba Zinga Jubilee« – Bringing Early Banjo Music Back Home