Das New York Philharmonic ist eines der renommiertesten und traditionsreichsten Orchester der USA. Einst von Gustav Mahler und Leonard Bernstein dirigiert, präsentiert es nun mit seinem neuen, charismatischen Chefdirigenten Gustavo Dudamel ein Werk des einflussreichen US-amerikanischen Komponisten John Adams, das an eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte New Yorks und der USA erinnert.
Die Welt stand still, als am 11. September 2001 kurz hintereinander zwei Flugzeuge in die Twin Towers des World Trade Centers in New York flogen. Kollektive Fassungslosigkeit allerorts. Kurz darauf gab das New York Philharmonic Orchestra bei John Adams ein Werk in Auftrag, das die Gefühlslage der Menschen musikalisch auffangen sollte. Ein Jahr nach den Anschlägen wurde »On the Transmigration of Souls« in der Avery Fisher Hall des Lincoln Centers uraufgeführt. Adams beschreibt sein Werk als »Erinnerungsraum, in dem man mit seinen Gedanken und Gefühlen allein sein kann«. Tonbandaufnahmen kreieren eine urbane Atmosphäre, Stimmen erinnern an Namen der Opfer, mit dem Zusatz »vermisst« nach jedem Namen, der Chor gibt den Angehörigen eine Stimme, das Orchester drückt aus, wofür Worte nicht reichen. »On the Transmigration of Souls« ist Adams’ nachdenklichstes und wohl wichtigstes Werk – und ein eindrückliches Stück amerikanischer Geschichte.
Dazu erklingt ein neues Werk der kanadischen Komponistin Zosha Di Castri und die Fünfte Sinfonie von Sergej Prokofjew, die der Komponist laut seinem Kollegen Dmitri Kabalewski »für eins seiner besten Werke« hielt. 1944 zog Prokofjew darin die Quintessenz seines bisherigen Schaffens und widmete die Sinfonie in Hoffnung auf ein baldiges Ende des Zweiten Weltkrieges »dem Triumph des menschlichen Geistes«.
BESETZUNG
New York Philharmonic Orchester
Orfeó Català Chor
Gustavo Dudamel Dirigent
PROGRAMM
John Adams
On the Transmigration of Souls
Zosha Di Castri
Neues Werk für Orchester
- Pause -
Sergej Prokofjew
Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 100