»Die Verzauberung der elektrisierten Wiener war so allgemein, dass das Orchester einige Minuten lang nicht weiterspielen konnte«, wusste ein Zeitzeuge. Joseph Haydn hatte mit seinem Oratorium »Die Schöpfung« einen ganz großen Wurf gelandet, das merkten bereits die Anwesenden der Uraufführung. Gleich in den ersten Minuten, als Chor und Orchester bei den Worten »Und es ward Licht!« das anfänglich vorsichtige Pianissimo in ein überwältigend triumphierendes Fortissimo steigerten, kam es zu besagter Unterbrechung.
Haydn hatte auf einer Englandreise die Oratorien Händels kennengelernt und mit seiner "Schöpfung" vertonte er nichts Geringeres als die Erschaffung der Welt. Eine grandiose Feier des Lebens, die vom Chaos ausgehend die einzelnen Tage der biblischen Schöpfungsgeschichte nachvollzieht. In seiner Musik lässt der Komponist das Meer schäumend wogen, Vögel zwitschern und Löwen brüllen.
Als Zeugen der Weltentstehung treten drei Erzengel sowie Adam und Eva auf. Für diese Solo-Partien ist unter anderem Liv Redpath dabei, von der Berliner Zeitung als »schier sensationell« bezeichnet. Auch der US-amerikanische Tenor Michael Porter gilt als aufsteigender Stern und gastierte, wie auch Bariton Markus Eiche, bereits bei den Salzburger Festspielen. Für den vielgestaltigen Instrumentalpart arbeiten Dirigent Klaas Stok und das NDR Vokalensemble einmal mehr mit einem langjährigen künstlerischen Partner zusammen, der Kammerakademie Potsdam. 2022 wurde das Ensemble mit dem Opus Klassik als Orchester des Jahres ausgezeichnet.
BESETZUNG
NDR Vokalensemble Chor
Kammerakademie Potsdam Orchester
Liv Redpath Sopran
Michael Porter Tenor
Markus Eiche Bass
Klaas Stok Leitung
PROGRAMM
Joseph Haydn
Die Schöpfung
Das Konzert findet mit einer Pause statt.