Er konzertiert weltweit mit den bedeutendsten Sinfonieorchestern, bereiste mit seiner »Beethoven Journey« 27 Länder – und kehrt doch jeden Sommer für sein Kammermusikfestival ins malerische Dorf Rosendal am Fuß der Fjorde seiner norwegischen Heimat zurück: Der Pianist Leif Ove Andsnes ist ein überaus vielseitig aufgestellter, viel beschäftigter Musiker, gleichwohl mit fester Basis und klarer Überzeugung. »Musik kann etwas in uns berühren, das wir nicht in Worte fassen können«, lautet sein Credo, »wenn uns die Worte für das fehlen, was wir erleben – Gutes wie Schlechtes –, dann denke ich, dass Musik es ausdrücken kann.« In der Saison 2026/2027 ist Andsnes Artist in Residence des NDR Elbphilharmonie Orchesters und zeigt dabei die in der Tat unerschöpflichen Ausdrucksmöglichkeiten der Musik – vor allem aber in diesem Konzert, das den vielfältigen Facetten von Andsnes’ Musizieren gleich einer musikalischen Spielwiese freien Lauf lässt. Der Bogen reicht dabei von Solo- bis Solokonzert, von Kammer- bis Orchestermusik, von Klassik bis Jazz.
Nach einem impressionistisch-atmosphärischen Solo-Prélude von Claude Debussy trifft Andsnes zunächst einen norwegischen Kollegen, den Jazz-Saxofonisten und -Komponisten Marius Neset. Ihre unterschiedliche stilistische Herkunft, doch gemeinsamen musikalischen Ziele haben die beiden bereits auf ihrem Album »Who We Are« vereint. Jazz? Klassik? – Hauptsache eben Musik, die »etwas in uns berührt, das wir nicht in Worte fassen können«… Zwischen die Stühle der Stile – zwischen Tradition und Moderne, Klassik und Jazz – hat sich auch der Franzose Francis Poulenc immer gern gesetzt. Sein Sextett für Klavier und Bläser rundet den kammermusikalischen ersten Teil dieses besonderen Porträtkonzerts des Artist in Residence ab.
Eine dritte norwegische Künstlerin kehrt im zweiten Teil des Konzerts nach ihrem jüngst gefeierten Debüt zum NDR Elbphilharmonie Orchester zurück: Tabita Berglund dirigiert Maurice Ravels »Le Tombeau de Couperin« – ein Stück, das Tanzformen des Barock in die wunderbar farbige Klangsprache der französischen Musik des frühen 20. Jahrhunderts überführt. Ganz ähnlich wie Benjamin Brittens Klavierkonzert von 1938: Es kommt mit seinen vier Sätzen namens »Toccata«, »Walzer«, »Impromptu« und »Marsch« ebenso wie eine barocke Suite daher und wurde laut Komponist »mit der Idee konzipiert, verschiedene wichtige Eigenschaften des Klaviers auszunutzen, wie etwa seinen enormen Tonumfang, seine perkussive Qualität und seine Eignung für figurative Darstellungen« – die perfekte Spielwiese eben für einen Pianisten vom Format Leif Ove Andsnes’!
BESETZUNG
NDR Elbphilharmonie Orchester Orchester
Marius Neset Saxofon
Leif Ove Andsnes Klavier
Tabita Berglund Dirigentin
PROGRAMM
Claude Debussy
La cathédrale engloutie
Marius Neset
Chaconne
Marius Neset
Prague’s Ballet
Francis Poulenc
Sextett für Bläserquintett und Klavier FP 100
- Pause -
Maurice Ravel
Le tombeau de Couperin
Benjamin Britten
Konzert für Klavier und Orchester op. 13