Der Geiger James Ehnes mag laut The Times »in seiner eigenen Liga« spielen, und Antoine Tamestit ist als »betörender Solist« (The New York Times) mit seiner Bratsche auf den Podien der Welt zu Hause. Doch bei aller solistischen Strahlkraft sind diese beiden Weltstars auch als leidenschaftliche Kammermusiker ganz in ihrem Element. Im Kleinen Saal der Laeiszhalle führen sie nun eine prominente Fünfergruppe an, die sich mit Verve zwei »Undercover-Sinfonien« von Johannes Brahms widmen.
Leichte Muse war Brahms’ Sache bekanntlich nicht. Seine Musik fasziniert mit Konzentration und Dichte – Qualitäten, die selbst seine Kammermusik oft in sinfonische Dimensionen wachsen lassen. Besonders seine beiden Streichquintette zeugen von der meisterhaften Balance zwischen innerer Geschlossenheit und orchestraler Weite, und ihre überzeugende Interpretation erfordert eine ebenso souveräne Besetzung, wie sie hier zusammenkommt.
Wie sich mit noch reduzierteren Mitteln ein Reichtum an Ideen und Klangfarben entfalten lässt, zeigt George Benjamins Stück für »nur« zwei Bratschen in der Mitte des Programms. »Mein Wunsch war es, stellenweise eine fast orchestrale Fülle und Klangvielfalt zu zaubern«, sagt der Komponist – ein Gedanke, der wunderbar auf Brahms’ dichten, vielschichtigen Klangkosmos verweist.
BESETZUNG
James Ehnes Violine
Alexandra Preucil Violine
Antoine Tamestit Viola
Sào Soulez Larivière Viola
Christian Poltéra Violoncello
PROGRAMM
Johannes Brahms
Streichquintett Nr. 1 F-Dur op. 88
George Benjamin
Viola, Viola
- Pause -
Johannes Brahms
Streichquintett Nr. 2 G-Dur op. 111