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Harbour Front Literaturfestival

Kategorie: Musical / Theater

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Katharina Thalbach

Elisabeth Hauptmann – im Schatten Brechts

6. Oktober, 20.00 Uhr, Thalia Theater
 

Wer kennt Elisabeth Hauptmann?

Dabei gehört sie zu den wichtigsten, bis heute jedoch oft übersehenen Figuren der deutschen Theatergeschichte. Sie machte Bertolt Brecht auf John Gays The Beggar’s Opera aufmerksam, übersetzte und bearbeitete den Stoff. Daraus entstand eines der erfolgreichsten Werke der Musiktheatergeschichte: Die Dreigroschenoper. Auch an Werken wie Happy End, Mann ist Mann, Der Jasager oder Die Mutter war sie maßgeblich beteiligt.

Zwischen Hauptmann und Brecht entwickelte sich eine intensive künstlerische und persönliche Beziehung. Ihr Anteil an Brechts großen Erfolgen wird von Historikern unterschiedlich bewertet, unbestritten ist jedoch ihr enormer Einfluss auf sein Werk. Die Liebesbeziehung zwischen den beiden war kompliziert und teilweise tragisch: Als Elisabeth Hauptmann 1929 von Brechts Hochzeit mit Helene Weigel erfuhr, unternahm sie einen Suizidversuch. Dennoch blieb sie ihm zeitlebens eng verbunden und kümmerte sich nach seinem Tod intensiv um die Herausgabe und Bewahrung seines Werkes. In ihrem Testament hielt sie später fest, für ihre Autorentätigkeit niemals angemessen honoriert worden zu sein.

Katharina Thalbachs Abend verschafft einer Frau die Sichtbarkeit, die ihr zukommt – eine Sichtbarkeit, die Frauen bis weit über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus verwehrt bleibt. Es ist eine exemplarische Geschichte über weibliche Sozialisation, nicht nur in der bürgerlichen Gesellschaft, sondern weit darüber hinaus auch in vermeintlich fortschrittlichen Kunst- und Kulturkreisen. Dank Katharina Thalbach bekommt Elisabeth Hauptmann mit diesem Abend die Sichtbarkeit, die ihr weit früher zugestanden hätte!

Katharina Thalbach ist eine der herausragendsten deutschen Schauspielerinnen und eine der letzten, in der der Geist des Brechtschen Berliner Ensembles noch lebendig ist.

Helene Weigel, die Witwe Brechts war ihre zentrale Förderin

Mit: Gerhard Kämpfe (Lesung & Gespräch) und Johannes Roloff (Klavier)

 

 

Corinna Harfouch und Die Tentakel von Delphi

VERTRIEBENE SIND WIR, VERBANNTE

Bertolt Brecht im Exil - und davor

8. Oktober, 20.00 Uhr, Thalia Theater
 

»Immer fand ich den Namen falsch, den man uns gab: Emigranten.

Das heißt doch Auswandrer. Aber wir

Wanderten doch nicht aus, nach freiem Entschluß

Wählend ein andres Land. Wanderten wir doch auch nicht

Ein in ein Land, dort zu bleiben, womöglich für immer.

Sondern wir flohen. Vertriebene sind wir, Verbannte.«

(Svendborger Gedichte)

Von den Nazis 1933 aus Deutschland vertrieben prägte das Nachdenken über die „Dauer des Exils“, über das Fremdbleiben in der Fremde, das Schreiben gegen Hitler, und immer wieder die Verteidigung der Poesie in einer Zeit der Unterdrückung Brechts Arbeit. Es waren fünfzehn Jahre, in denen er „öfter als die Schuhe die Länder wechselnd“, einmal um den Erdball getrieben wurde. 

Aber hatte das Exil nicht schon vorher begonnen? Warum war es nicht gelungen, den Aufstieg der Nazis aufzuhalten? Wie sah das Fremdsein im eigenen Land schon vor 1933 aus? Viele Texte vor der Flucht gestalten das Exil im eigenen Land, das Exil vor dem Exil.

Corinna Harfouch und Die Tentakel von Delphi – Paula Sell, Hannes Gwisdek, Boris Nielsen, Moritz Bossmann und Johannes Döpping – interpretieren Exil-Gedichte und Texte aus den 1920er Jahren wie „Aus dem Lesebuch für Städtebewohner“.

Corinna Harfouch zählt zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen in Film, Fernsehen und Theater. Sie spielte unter anderem am Berliner Ensemble und arbeitete mit Regisseuren wie Heiner Müller, Frank Castorf, Jürgen Gosch und Herbert Fritsch. Seit kurzem ist sie auch am Thalia Theater zu sehen. Für ihre Theater- und Filmarbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring, dem Grimme-Preis und zweimal mit dem Deutschen Filmpreis.

 

 

Nellie, Anna & Katharina Thalbach

lesen Shakespeares Macbeth 

11.10, 20.00 Uhr, Thalia Theater

Für Katharina Thalbach ist es eine Rückkehr zu ihren Anfängen: Macbeth war ihre erste eigene Regiearbeit – gefeiert in ganz Europa, umjubelt in London und als Modellinszenierung am Théâtre national de Chaillot in Paris gezeigt. Neun Jahre lang stand ihre Inszenierung auf dem Spielplan. Nun kehrt sie zu diesem Werk zurück – diesmal als Lesung, mit Katharina Thalbach als Macbeth, in der Übersetzung von Thomas Brasch.

Gemeinsam mit Tochter Anna und Enkelin Nellie widmet sie sich Shakespeares düsterer Tragödie, in der wandelnde Wälder, geheimnisvolle Hexen und eine unergründliche Lady Macbeth das Schicksal bestimmen. In verteilten Rollen entfaltet sich eine Lesung von besonderer Intensität – ein generationenübergreifendes Zusammenspiel von Sprache, Ausdruck und Klang. Macbeth wird zum Familiendrama im besten Sinne: eine Auseinandersetzung mit Macht, Schuld und Schicksal – lebendig, direkt und unverwechselbar Thalbach.

Über die Thalbachs:
Katharina Thalbach, geboren 1954 in Berlin, steht seit ihrer Kindheit auf der Bühne. Sie ist eine beliebtesten deutschsprachigen Film- und Fernsehschauspielerinnen. Seit Ende der 80er Jahre führt sie auch Regie. Für ihre Arbeit erhielt sie u. a. den Deutschen Filmpreis und den Grimme-Preis, den Deutsche Comedy Preis als Beste Schauspielerin, den Kulturpreis Deutsche Sprache und den Jacob-Grimme-Preis. Sie lieh vielen erfolgreichen Hörbüchern ihre unverwechselbare Stimme. 2014 erhielt sie den Deutschen Hörbuchpreis für ihr Lebenswerk.

Anna Thalbach, geboren 1973 in Ost-Berlin, ist eine Theater- und Filmschauspielerin und eine der gefragtesten Hörbuchsprecherinnen Deutschlands. 2008 erhielt sie den Deutschen Hörbuchpreis, 2011 den Ohrkanus als Beste Sprecherin. Im Kino war sie in national wie international erfolgreichen Produktionen zu sehen, u.a. in »Burning Life«, »Der Baader Meinhof Komplex« und an der Seite von Keira Knightley und Viggo Mortensen in »A dangerous method« (2010) von David Cronenberg.

Anna Thalbach wurde u.a. mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Nellie Thalbach, geboren 1995 in Berlin, ist Schauspielerin, und die Jüngste der Theaterfamilie Thalbach. Ihr Theaterdebüt gab sie bereits 2002 im Maxim Gorki Theater als kleine Polly in »Die Dreigroschenoper«. 2005 stand sie an der Seite von Katharina Thalbach und Götz George in »Maria an Callas« zum ersten Mal vor der Kamera. Sie ist Stimme und Gesicht des Podcast „Echt krank!“ macht Lesungen und spricht Hörbücher.

Termine

Sep.
19
2026
Samstag 16:00 Uhr
Musical / Theater
 
Hamburg City
 
Sep.
19
2026
Samstag 20:00 Uhr
Musical / Theater
 
Hamburg City
 
Okt.
1
2026
Donnerstag 20:00 Uhr
Musical / Theater
 
Hamburg City
 
Okt.
6
2026
Dienstag 20:00 Uhr
Musical / Theater
 
Hamburg City
 
Okt.
8
2026
Donnerstag 20:00 Uhr
Musical / Theater
 
Hamburg City
 
Okt.
11
2026
Sonntag 20:00 Uhr
Musical / Theater
 
Hamburg City
 

Veranstaltungsort

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Thalia Theater
Alstertor 1
20095 Hamburg - City
Deutschland
Termine: Thalia Theater, Hamburg

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