Jan Dismas Zelenka war so etwas wie das tschechische Pendant zu Johann Sebastian Bach. Seine höchst originellen und virtuosen Werke vereinen italienische und französische Einflüsse, strenge Kontrapunktik mit starkem Ausdruck und machten ihn zu einem der wichtigsten Barockkomponisten seiner Zeit. Doch wie Bach geriet auch Zelenka nach seinem Tod weitestgehend in Vergessenheit und wurde erst im 19. Jahrhundert im Zuge der tschechischen Nationalbewegung wiederentdeckt. Besonders seinem Werk verschrieben hat sich das Ensemble Collegium 1704 und sein Gründer Václav Luks, die sogar das Uraufführungsjahr von Zelenkas frühem Werk »Via Laureata« im Namen tragen.
In Hamburg erklingt nun aber ein Spätwerk Zelenkas: die »Missa Dei Filii«, die mit ekstatischen Ausbrüchen von Chor und Orchester aufwartet und zu den besonders reifen Messkompositionen dieser Zeit gehört. Eingeleitet wird das Programm mit einer Auswahl der »Responsoria pro Hebdomada Sancta«. Dabei handelt es sich um kurze, tief empfundene Wechselgesänge, die ursprünglich für die Karwoche komponiert worden sind und die einen Höhepunkt in Zelenkas kompositorischem Schaffen darstellen. Abgerundet wird das Programm mit Johann Sebastian Bachs Kantate »Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen«, die der Komponist so schätzte, dass er ihren Anfang später in seiner berühmten h-Moll-Messe verarbeitete.
BESETZUNG
Collegium 1704 Chor und Orchester
Václav Luks Dirigent
PROGRAMM
Jan Dismas Zelenka
Responsoria pro Hebdomada Sancta ZWV 55 (Auswahl)
Johann Sebastian Bach
Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen BWV 12
- Pause -
Jan Dismas Zelenka
Missa Dei Filii ZWV 20