Auf Alexandra Dovgan passt die Redewendung, das Klavierspiel sei ihr schon in die Wiege gelegt worden, wie auf wenige andere. Ihre gesamte Familie besteht aus Pianist:innen – und Alexandra mischt mit, seit sie drei Jahre alt ist. Mit zwölf Jahren attestierte ihr Klavierlegende Grigory Sokolov, sie spiele bereits wie eine erwachsene, voll entwickelte Persönlichkeit. Nun hat sie sich gleich zwei monumentale Klaviersonaten ausgesucht, um ihre künstlerische Reife in der Elbphilharmonie zu präsentieren.
Als eine »Sonate, die den Pianisten zu schaffen machen wird« bezeichnete Ludwig van Beethoven seine Hammerklaviersonate gegenüber dem Verleger. Hochemotional, spieltechnisch herausfordernd, in der Länge und Tonumfang alles bisher dagewesene sprengend, ist die Sonate bis heute ein Gipfel, den man erstmal erklimmen muss.
Alexandra Dovgan läuft sich mit der Sonate aber erstmal warm: In der zweiten Konzerthälfte folgt neben zwei kleineren Stücken von Frédéric Chopin die Zweite Klaviersonate von Sergej Rachmaninow, die eine weitere Gipfeltour für die junge Pianistin bedeutet. Und keine Frage: Beide Sonaten-Berge wird sie mit der Ernsthaftigkeit einer erfahrenen Kletterin meistern.
BESETZUNG
Alexandra Dovgan Klavier
PROGRAMM
Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier B-Dur op. 106 »Hammerklaviersonate«
- Pause -
Frédéric Chopin
Deux Nocturnes op. 27
Frédéric Chopin
Scherzo Nr. 4 E-Dur op. 54
Sergej Rachmaninow
Sonate für Klavier Nr. 2 b-Moll op. 36