musicAeterna Chor und Ensemble / »Tristia«
Die Choroper »Tristia« wurde 2016 in Perm uraufgeführt, als Auftragswerk des ortsansässigen Opernhauses. Schon bei der gemeinsamen Arbeit daran zeigte sich Komponist Philippe Hersant begeistert von den musikalischen Qualitäten des dortigen Musikchefs Teodor Currentzis und seiner Ensembles musicAeterna, nun ist das Werk auch im Großen Saal der Elbphilharmonie zu erleben. Die Idee zu »Tristia« geht dabei auf ein früheres Werk Hersants zurück, und zwar auf »Instants Limites«, komponiert auf kurze Texte von Gefängnisinsassen wie dem russischen Schriftsteller Ossip Mandelstam, der 1938 in einem Gulag starb. »Die Herausforderung in ›Tristia‹ war es nun, diese Idee für ein Werk von 75 Minuten Dauer zu erweitern«, sagt der Komponist über die Genese seiner Choroper. »Ich wollte die intime Atmosphäre der Stücke bewahren. Daher gibt es viele solistische oder kammermusikalische Passagen und nur wenige Stellen für großes Orchester.« Inhaltlich geht es, so Hersant, »um Dantes Höllenkreise, die in den Texten der Gulag-Insassen aber auch bei Schriftstellern wie Ossip Mandelstam und Varlam Chalamov immer wieder auftauchen.«