Lustige Werke von sehr ernsten Komponisten – so könnte die Überschrift des Konzertes auch heißen, das die Münchner Philharmoniker gemeinsam mit dem Dirigenten Lahav Shani aufführen. Letzterer wird zudem in Dmitri Schostakowitschs Zweitem Klavierkonzert den Solopart übernehmen und das Orchester vom Hocker aus leiten.
Schostakowitsch ist der prominenteste Komponist der ehemaligen Sowjetunion, der während der Stalin-Herrschaft nicht viel zu lachen hatte: ständige Überwachung und Drohung führten zu Verfolgungsangst und einem Komponieren für den Staat mit verstecktem Protest zwischen den Zeilen. Sein unverhofft heiteres Klavierkonzert komponierte Schostakowitsch für seinen Sohn Maxim, der es zu seinem 19. Geburtstag geschenkt bekommen und selbst uraufgeführt hat.
Sein Landsmann Sergej Prokofjew war von sich aus eine Frohnatur, auch wenn er sich zu Beginn seiner Karriere oft gegen seine Kritiker wehren musste. Eine Antwort darauf war seine in jeder Hinsicht »Klassische Sinfonie« im Stile Haydns und Mozarts – und das im Jahr 1917. Bei Gustav Mahlers Erster Sinfonie spricht man am besten von Galgenhumor, der allen voran im dritten Satz zum Vorschein kommt: Mahler formt den berühmten Kanon »Bruder Jakob« in einen schaurig-grotesken Trauermarsch mit Klezmer-Einwürfen der Holzbläser.
BESETZUNG
Münchner Philharmoniker Orchester
Lahav Shani Klavier und Dirigent
PROGRAMM
Sergej Prokofjew
Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 25 »Symphonie classique«
Dmitri Schostakowitsch
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 F-Dur op. 102
- Pause -
Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 1 D-Dur